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    17.06.2011

    Photonik macht Kunststoffproduktion in der chemischen Industrie sicherer

    BMBF-Verbundprojekt QUINGAP


    Jeder kennt sie – jeder benutzt sie, Polyurethane sind einer der vielfältigsten und flexibelsten Kunststoffe, die die Kunststoffindustrie kennt. Vom Spülschwamm bis zur Sportschuhsohle, Polyurethane sind oft der Kunststoff der Wahl, der sich leicht an die unterschiedlichsten Anforderungen anpassen lässt.

    Die Produktion dieses Universalkunststoffes ist allerdings alles andere als ungefährlich. Ausgangsstoff für die Produktion ist Phosgen, auch bekannt als Grünkreuz, ein Gas, das im ersten Weltkrieg als chemischer Kampfstoff eingesetzt wurde und dort für den qualvollen Tod von über 90.000 Soldaten verantwortlich war. Phosgen ist schon in geringen Konzentrationen für den Menschen tödlich. Geringste Leckagen bei der Produktion müssen daher sofort erkannt werden. In der chemischen Industrie werden dafür Indikatorplaketten verwendet, mit denen eine umfassende Kontrolle nur schwer möglich ist.

    Der OptoPrecision GmbH ist es nun gelungen, mit Unterstützung durch die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), eine Lösung für das Problem der Phosgendetektion bereitzustellen (BMBF-Verbundprojekt „QUINGAP“, die Kurzform steht für das Forschungsvorhaben „Quantenkaskadenlasersysteme für die industrielle Gassensorik und Prozesskontrolle“). Die OptoPrecision GmbH hat in enger Zusammenarbeit mit dem Projektpartner, dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald), den ersten Prototypen für ein Laserspektroskopiesystem aufgebaut und erfolgreich in Betrieb genommen. Mit dem Prototyp ist die Detektion von Phosgen bereits in Konzentrationen möglich, die für den Menschen noch lange nicht gefährlich sind. Das Phosgen kann dabei inmitten anderer Gase nachgewiesen werden, wenn seine Konzentration bei 10 ppbV liegt, d.h. wenn sein Anteil in der Luft ein Hundertmillionstel beträgt. Das ist sensationell und nur durch den Einsatz hochmoderner Lasertechnik möglich. Zum Einsatz kommen dabei sog. Quantenkaskadenlaser, die sozusagen frisch aus dem Forschungslabor ihren Weg in ein industrietaugliches Spektrometer geschafft haben.

    Möglich gemacht hat diese Innovation nur die enge und nicht immer einfache Zusammenarbeit der exzellenten Ingenieure und Physiker aus Bremen und Greifswald. Zum Jahresende wird die OptoPrecision GmbH die Phosgenspektrometer zum Verkauf anbieten.

    Dieses Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).